Pumalino am Solstice Ultra
Am Samstag, 20. Dezember 2025, startete ich mit 49 andern Teilnehmern mein nächstes Abenteuer.
Ein Ultramarathon, doch nicht wie bisher «nur» 50 km oder eine Runde wie beim Lauf um den Bielersee. Diesmal war es wirklich speziell: Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang (8 h 32 min) liefen wir Runden auf der 400-m-Tartanbahn. Wer am Ende die meisten Runden hat, gewinnt. Auch diesmal ging ich nicht an den Start, um zu gewinnen. Es war ein Rennen gegen mich selbst. Beim Laufen, vor allem auf langen Distanzen, komme ich in einen meditativen Zustand, kann vollkommen abschalten und mich voll auf mich selbst konzentrieren. Natürlich kannte ich einige der anderen Teilnehmer, daher war es eine super Möglichkeit, sich gegenseitig näher kennenzulernen, gemeinsam gegen die Zeit zu kämpfen und weitere Runden hinter sich zu bringen. Im Vorfeld konnte ich mit den Gründern vom Solstice Ultra ein «Meet the Runner»-Video drehen, bei dem auch Anthony van der Holst (ein Asics-Frontrunner & Mitgründer vom Ultra) dabei war. Der Grundstein für ein tolles Rennen war geschaffen, nun kamen wir aber auch schon zu einem Problem, und zwar dem Training. Nach dem SwissCityMarathon, welchen ich Ende Oktober mit einer Bestzeit von 3 h 34 min beendete, fing ich mir leider einen Virus ein und konnte drei Wochen keinen Sport machen. Für das Training vom Ultra blieben mir knapp 25 Tage. Ich rief mir einen meiner Leitsätze wieder hervor: «einfach das Beste daraus machen». So fing ich also wieder an mit kleinen Trainingseinheiten von 5–15 km im Regenerations-Tempo.
Mit Euphorie machte ich mich auf den Weg nach Bern. Im Tram traf ich bereits den ersten «Mitkämpfer» und wir verstanden uns direkt. Am Start angekommen bekamen wir von Anthony die weiteren Infos und es ging los. Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht, was ich die ganzen 8,5 h gemacht habe. Die Zeit verging wie im Flug durch die vielen Gespräche, neue Freundschaften und die Zuschauer, die uns anfeuerten. Runde um Runde lief ich gemeinsam mit den anderen Athleten. Mehrere kleinere «Influencer» wie ich waren da und drehten ihre Videos. Es war soweit. 68 km waren geschafft, mein Ziel im Vorfeld waren 70–80 km. Ich hatte noch reichlich Zeit, da ich keine Pausen gemacht habe und alles durchgelaufen bin. Nun kam meine erste Laufpause und ich ging knapp 1,5 km, bis ich wieder anfing, zu joggen. In einem langsamen Tempo kämpfte ich mich weiter, meine Beine und Füsse taten langsam weh und ich spürte, dass ich nur wenig trainiert hatte. Ich hatte mein Ziel von 70 km bereits erreicht, doch verfrüht aufhören war keine Option. Durch die Geh-Pause konnte ich wieder Energie aufladen und so lief ich die letzten drei Kilometer in einem unglaublichen 4:30er-Pace bis zu den 77 km. Ich war selbst ein bisschen überrascht, nach 8 h Laufen noch eine solche Bestleistung hinzulegen, doch es funktionierte Völlig erschöpft beendete ich das Rennen auf dem 12. Platz. Ich war mehr als zufrieden und überglücklich, so einen tollen Tag erlebt zu haben. Dementsprechend freue ich mich bereits aufs nächste Abenteuer.