Am 24. Mai 2025 um 03:00 Uhr startete ich in ein neues Kapitel meiner Abenteuer: meine erste Rennrad-Tour – 300 Kilometer, drei Länder, ein Ziel. Und diesmal war ich nicht allein, sondern mit zwei guten Freunden unterwegs.
Rennradfahren war bis dahin nicht wirklich mein Ding. Mein Rad stand über drei Jahre im Keller, bis ich es im März dieses Jahres endlich wieder zum Service brachte – neue Reifen, gründlicher Check. Als ich es zurückbekam, setzte ich mich spontan in den Sattel und fuhr 15 Kilometer, einfach um das Gefühl zurückzubekommen. Am nächsten Tag folgten gleich 100 Kilometer.
Meine «Vorbereitung» bestand aus ein paar Wochenendtouren im April, etwa 200 Kilometern insgesamt. Eine davon führte rund um den Vierwaldstättersee, ein beeindruckendes Erlebnis. Das war's. Keine Hightech-Ausrüstung, keine Klickpedale, kein Profi-Setup. Ich wollte zeigen: Man braucht nicht viel, nur Mut, Entschlossenheit und den Willen, durchzuziehen.
Um 03:00 Uhr fuhren wir los. Die Strassen waren leer, die Stimmung euphorisch. Die ersten 60 Kilometer bis Olten flogen nur so dahin. Dann kam der Untere Hauenstein-Pass, der erste wirklich grosse Anstieg. Ich spürte die Anstrengung, aber die Abfahrt entschädigte für alles. Kurz darauf erreichten wir Basel und holten uns Verpflegung fürs Morgenessen.
Beim Überqueren der Grenze nach Frankreich änderte sich die Szenerie schlagartig. Statt enger Strassen und Wohnblocks erwarteten uns weite Felder und lange, gerade Wege entlang des Rheins und schöner Wälder. Rund bei Kilometer 170 legten wir eine Mittagspause in einem riesigen Einkaufszentrum ein. Es fühlte sich ein wenig an wie ein Walmart in den USA. In Strassburg überquerten wir die Grenze nach Deutschland. Wir deckten uns mit Proviant ein, assen eine Kleinigkeit und dann wurde es ernst. Es dämmerte, und es begann zu regnen. Zunächst war der Regen sogar angenehm, fast erfrischend. Doch er wurde stärker. Die Sicht verschlechterte sich. Die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos blendeten uns auf der dunklen Strasse. Nur noch 30 Kilometer bis zum Ziel, also steckte ich mir einen Kopfhörer ins Ohr. David Goggins’ Stimme im Podcast dröhnte: «Stay hard, stay fcking hard.» Und genau das taten wir.
Nach vier Stunden Regen und Dunkelheit erreichten wir gegen 22:00 Uhr endlich Karlsruhe. Wir waren nass, übermüdet und völlig erschöpft, aber wir hatten es geschafft.
Zum Glück hatten wir eine Woche zuvor ein Hotelzimmer im Holiday Inn gebucht. Wir konnten rund um die Uhr einchecken und unsere Räder sicher in einem Konferenzraum unterstellen. Das Hotel war super und das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen rettete meinen Tag. Ich gönnte mir ganze vier Portionen!
Jetzt frage ich mich: Was kommt als Nächstes?